Völker der Dannenlande

Eolees und Pellinors Heimat ist der Kontinent der Dannenlande. Hier leben fünf verschiedene Völker, neben Menschen auch Elfen, Herodhil, Alben und Nibelunger.

Menschen

 

Die Menschen sind das größte Volk der Dannenlande. Sie sind klug, wenn auch nur selten weise, geschickt auf vielen Gebieten, ausdauernd, anpassungsfähig, brutal und machtbewusst. Dank dieser Mischung haben sie fast den ganzen Norden der Dannenlande unter ihre Vorherrschaft gebracht.

Das erste Menschenreich wurde um 500 gegründet, davor und auch noch lange danach hatten einzelne Menschenstämme in kleinen, verstreuten Dörfern in den Wäldern, die den Norden bedeckten, gelebt. Wie die Legende erzählt verließ damals Gweón fel-Niturian (auch genannt Gweón Elfenfreund, Gweón Callthoracrinn, also Gweón Pferdedieb, oder Gweón der Große), einer der Häuptlinge dieser Stämme, seine Heimat und reiste nach Istarien. Dort lernte er die Lebensweise der Elfen kennen und verbrachte sogar einige Zeit am Hof des Hochkönigs. Als Gweón in den Norden zurückkehrte, gelang es ihm, die Stämme seiner Heimat unter seiner Hand zu vereinen und das erste Menschenkönigreich zu gründen: Nituria.

Zur Zeit des Schwanenkrieges ist das Gebiet der Menschen in elf unterschiedlich große Reiche aufgeteilt: Nituria, Ruenhanòr, Keren, Bronnring, Edran, Elleàch, Nord- und Südfhen, Cadwallon, Icanhor, und das Königreich der Inseln, außerdem gibt es einige freie Städte. In einigen Ländern herrschen Könige, in anderen Fürsten (diese besitzen nicht ganz so viel ungeteilte Macht).

Innerhalb dieser Länder gibt es nicht selten einzelne Völker oder Stämme mit einer anderen Lebensweise und Kultur, die sich dem entsprechenden Herrscher zwar unterordnen, dabei aber dennoch eine gewisse Unabhängigkeit bewahren. So gehört zum Beispiel der Stamm der Amazonen zu Nituria, hat aber dennoch seit alters her eine eigene Königin, die einen hohen Rang genießt. Ebenso lebt der Stamm der Waldmenschen auf dem Gebiet von Ruenhanòr, unterscheidet sich aber in seiner Lebensweise völlig von dem der restlichen Hanòrianer.

Die Sprache der Menschen ist Bregonen in einer Vielzahl von Dialekten und Mundarten, von denen manche schon fast eigene Sprachen bilden. So kann zum Beispiel ein Niturianer aus dem Westen kaum den Dialekt verstehen, der im östlichen Cadwallon gesprochen wird, und Bronnringer vom Rand des Gebirges haben Schwierigkeiten, mit einem Bewohner der Insel Icanhor zu sprechen, obwohl die Sprache eigentlich die gleiche, nämlich Bregonen, ist.


Elfen

 

In Körpergröße und Statur gleichen Elfen mehr oder weniger den Menschen, auch wenn sie schmaler und schlanker gebaut sind als die meisten Menschen. Auf den zweiten Blick gibt es aber viele Merkmale, an denen man Elfen eindeutig erkennen kann.

 

Elfengesichter unterscheiden sich durch leicht schräg liegenden Augen, einen „dreieckigen" Haaransatz, der dem Gesicht eine Herzform verleiht, sehr hohe Wangenknochen und nadelspitze Zähne von denen der Menschen. Außerdem sind feine dunkle Linien auf Handrücken und Rückgrat („Elfenmale") ein typisches Erkennungszeichen. Manche Elfen haben zwei verschieden gefärbte Augen, was unter allen anderen Völkern äußerst selten ist. Elfenhaar ist stets braun oder schwarz. Helle Töne beweisen einen menschlichen Einschlag.

 

Die Sprache der Elfen ist Sinillón. Für Menschen ist diese komplizierte, grammatikreiche Sprache nicht einfach zu lernen, dennoch stammen Bregonen und Sinillón von den selben Wurzeln ab.

 

Die Elfen nennen sich selbst Istar, aus diesem Grund werden ihre Länder auch oft unter dem Wort „Istarien" zusammengefasst.

 

Die Reiche der Elfen sind vier Fürstentümer aufgeteilt:

 

Girhaddin (Seeland) - der Fürstensitz ist Hara

 

Celíathas (Tannwald) - der Fürstensitz ist Lithirian

 

Tironnil (Auwald) - der Fürstensitz ist Nirior

 

Mialdwyne (Lichtenmark) - der Fürstensitz ist Ellesim

 

Ihr Gebiet war einmal größer und zu einem einzigen großen Reich (Teolfar) vereint, das von einem Hochkönig beherrscht wurde. Doch um das Jahr 700 herum und gut fünfhundert Jahre nach seiner Gründung hatte das Teolfar seinen Zenit überschritten. Der letzte Hochkönig wurde gestürzt. Nach vielen Konflikten zerfiel das Reich schließlich in die vier kleineren Fürstentümer. Doch auch nach dem Ende des vereinten Reichs wurde seine Kultur zu großen Teilen bewahrt. Die Buchstabenschrift, ein großes heilkundliches Wissen, ein Schatz von Liedern und Legenden und der Großteil der Musik der Elfen sind das Erbe der Hochkönige.

 

Die Elfen haben große Krieger, die in langen Liedern besungen werden, ebenso wie geschickte Musiker und Handwerker hervorgebracht. Die ersten Skalden sollen ausnahmslos Elfen gewesen sein. Der elfische Baustil, ihre Musik, ihre Küche und ihre Art, sich zu kleiden, sind einzigartig in den Dannenlanden. Die Menschen bewundern die Elfen und fürchten sie gleichermaßen, was auch damit zusammenhängt, dass die Elfen recht zurückgezogen in ihren eigenen Ländern leben und die meisten Menschen niemals einen Elfen zu Gesicht bekommen.

 

Mit dem Volk der Alben im Gebirge verbindet die Elfen eigentlich nichts - bis auf äußerliche Ähnlichkeit, eine ähnliche Sprache, und ein tief sitzender Hass, dessen Grund sich im Dunkel der Vergangenheit verloren hat. Können Eolée und Pellinor dieses Geheimnis ergründen?


Herodhil

Herodhil (auch - abfällig - Pelzgesichter) sind ein kleines sehr eigenartiges Volk. Sie werden nicht größer als Menschenkinder, besitzen einen schmalen, drahtigen Körperbau und sind am ganzen Körper von kurzem sandfarbenen, oft dunkler geschecktem Fell bedeckt. Herodhilshaar ist widerspenstig und dunkel. Ihre Ohren sind größer als die eines jeden anderen Volks. Ihre Nasen sind kurz und schmal. Ihre großen, ähnlich wie bei Elfen leicht schrägen Augen zeigen die größte Vielfalt an Farben, die man sich vorstellen kann, von blauen, grünen und türkisfarbenen Tönen über blau, helles, dunkles oder rötliches Bernsteinbraun bis hin zu violett und schwarz. Das gängige Schönheitsideal unter Herodhil ist ein möglichst fleckenloser, glänzender Pelz.

Die Herodhil sind eher unscheinbar. Es gab nie besonders viele von ihnen, auch haben die Menschen, in deren Reichen sie meistens leben, sich noch nie die Mühe gemacht, sie zu zählen. Unter Menschen genießen sie einen zweifelhaften Ruf. Man sagt ihnen nach, sie seien zu keiner Arbeit außer dem Diebeshandwerk fähig. Das ist nicht ganz wahr und nicht ganz falsch.


Alben

Die "schwarzen Brüder der Elfen" leben in den Höhen des Weltendgebirges (oder Hroángebirge) am nördlichen Rand der Dannenlande. Ihr Land nennen sie Runón. Trotz des großen geografischen Abstands sind sie mit den Elfen verfeindet. Der Grund dafür ging in den Wirren der Geschichtsschreibung verloren.

Alben ähneln Elfen, mit den Unterschieden, dass sie alle das gleiche glatte blauschwarze Haar besitzen und ein noch unnahbareres Auftreten an den Tag legen. Ihre Kultur ist eine Mischung aus elfischen und nibelungisch-gebirgsartigen Gebräuchen.

In Runón herrscht ein Triumvirat von drei Albenfürsten über seine Untertanen, zu denen auch die Nibelunger gehören. Von allen restlichen Völkern der Dannenlande bleiben die Alben so abgeschottet wie möglich, sie pflegen kaum Handelsbeziehungen und halten sich aus allen kriegerischen Verwicklungen außerhalb der Berge heraus - sofern nicht das Geheimnis ihrer Existenz selbst bedroht wird...


Nibelunger

Die Nibelunger sind ein rätselhaftes Volk, das im Weltendgebirge lebt. Wenige Dannenländer haben sie je zu Gesicht bekommen. Sie sind kleinwüchsig und kräftig, bis zu den kurzsichtigen Augen und vor Steinstaub schützenden zusammengewachsenen Brauen an ihre Welt aus Bergstollen angepasst, zähe Bergleute und große Künstler. Die Nibelunger dienen den albischen Herrschern des Weltendgebiges und halten sich sonst von allen anderen Völkern fern. Dabei halten sie aber auch eine lebendige Verbindung zu den Geheimnissen der alten Zeit, die von den anderen Völkern längst vergessen worden sind...